Angeltrips

Bloggertreffen – „Morbus Talsperre“ am Edersee

Im Zuge der „Passion Makes No Border Tour II.“ von Takatoshi Murase haben Marcel und ich uns auf den Weg zum Bloggertreffen am Edersee gemacht! Für uns HZB´ler ein Hechtsprung zum Edersee, für die restliche Riege der Schreiberlinge aus Nord, Ost, Süd und West jedoch ein etwas weiteres Unterfangen!

Um 7 Uhr waren wir mehr oder weniger alle am Bootsanleger und haben uns für einen langen Tag auf dem Wasser am Ufer warmgeworfen! Da der Edersee für uns alle Neuland war und das planlose Rumschippern auf dem Stausee für viel Frust sorgen kann, wurden wir vom Edersee-Kenner Patrick Fleischer geguidet. Zu Anfang noch in Kollone hinterhergefahren, haben wir uns dann auf dem drittgröstem Stausee in Deutschland verteilt, dabei jedoch unseren Guide immer in Sichtweite platziert.

Nachdem wir über den Morgen den Inhalt unserer Köderboxen einmal hoch- und wieder runtergeworfen haben, selbstverständlich ohne nennbare Bissquote, sind Marcel und ich in angemessener Schleppgeschwindigkeit und mit „Mike The Pike“ an der Rute zur verabredeten Mittagspause gefahren. Keine 10 Meter hinter uns gelassen, da biegt sich Marcel´s Rute und ein Hecht im geschätzen 80er-Format hakte sich auf den Drilling! Da wir zwei Ruten draußen hatten und dieser Hecht einen überdurchschnittlichen Rechtsdrall hatte, wickelte er sich in Köder und Schnur der zweiten Schlepprute! Gebissen hat der freche Hecht an Marcel´s Köder, aber durch das Schnur-Intermezzo durften wir ihn beide drillen 😉 .

HZB-hecht-bloggertreffen-marcel

Nach Speis und Trank, einigen Gesprächen und der Lust auf Fisch, ging es dann wieder mit den Booten aufs Wasser. Die Strategie, verteilt auf dem Edersee zu Fischen, wurde so fortgeführt! Marcel und ich haben uns Mit Tim und Frank von AngelnIstLeidenschaft zusammen getan und die Matrix der Tiefe gemieden, um intensiver das Ufer zu beangeln. Da selbst das Ufer stellenweise nach 4-5 Metern direkt auf 15 Meter abfällt, entschlossen Marcel und ich uns dazu, in mäßiger Schleppgeschwindigkeit Richtung Slippe zu schippern.

HZB-Marcel-Dennis-Angeln-Edersee

Nach dem Trailern ging es noch zum Bootsverleih, wo die anderen schon genüßlich in feinschmeckende Pizzalappen (Sponsored by Angelcenter Kassel) bissen! Der Tag wurde bei „Erfrischungsgetränken“ reflektiert und das ein oder andere gemeinsame Vorhaben besprochen! Im Anschluss ging es für Marcel und mich wieder nach Hause. Ein gelungener Tag, der empfunden zu kurz war und abschreckend wenig Fisch abgeworfen hat. Die Kulisse und das gute Wetter haben aber für Ausgleich gesorgt 😉

HZB-Marcel-Dennis-Blogger-Pizza-Edersee

„Morbus Talsperre“- Jeder Fisch ist hart erkämpft!

Da sich der Edersee, genauso wie unsere Ruhrtalsperren, im Mittelgebirge befindet, kann der Abstand von Bergspitze bis Talboden sehr tief ausfallen. Wenn diese Täler dann durch gigantische Mauern gestaut und mit Wasser gefüllt werden, sind Wassertiefen von mehr als 30 Metern keine Seltenheit. Der Fisch hat also ein geräumiges Wohnzimmer und wir Angler den Wahnsinn in den Augen! Hinzu kommt, dass es sich bei den meisten Talsperren nicht um Tümpel handelt, sondern ganze Dörfer mit dazugehöriger Nutzfläche gespült wurden! Den See zweimal hoch- und runterschleppen ist oft nicht drin, da es entweder zeitlich gar nicht hinhaut oder die Batterie für den Motor schlapp macht!

Talsperren haben auch immer eine Funktion, wie z.B. die Trinkwassergewinnung oder auch zur Energiegewinnung! Unsere Ruhrtalsperren werden dazu genutzt, um den Mindestpegel der Ruhr zu garantieren und zwar tagesaktuell! Naherholung und die Möglichkeit zum Angeln sind da nur ein praktischer Nebeneffekt!

Der Fisch hat in unseren Gewässern immer seinen festen Platz, selbstverständlich über den Tag hinweg wechselnd, aber immer wiederkehrend im gleichen Rhythmus. Wenn dann innerhalb kurzer Zeit, Wasser abgelassen oder gestaut wird, sind die Fische irritiert und möglicherweise deshalb auch sehr vorsichtig! Oft dauert es dann ein bis zwei Wochen, bis der Fisch sich an den Pegel, die gewonnenen oder verlorenen Jagd- und Rückzugsgebiete gewöhnt hat und einen neuen Rhythmus findet. Wenn dann noch das Wetter macht was es will, wird die Ausgangssituation des Anglers nicht einfacher! Und richtig komplex wird es, wenn man das Wechselwirken der Fische während der jeweiligen Jahreszeiten (Frühling, Sommer, Herbst, Winter) deuten muss!

Weitere Aspekte, die über Fischfang oder „Schneider“ entscheiden, sind die Wasserqualität oder auch das „Futterfisch- Vorkommen“! Ist das Wasser so klar wie ein Gebiergssee, kann man Köder in Schockfarben direkt zu Hause lassen. Es genügt schon ein Stahlvorfach oder einfach nur der Wirbel, um den Barsch zu verunsichern! Er dreht ab und holt sich lieber die gewohnte Rotauge, deren Bewegung und Verhalten er genau kennt. Tauscht man Stahlvorfach mit Mono und ersetzt Wirbel durch Knoten, knallt der Hecht drauf und nimmt den Köder für immer mit!

Letztlich hat man aber auch seine Fänge, einfach weil die Masse an Bedingungen gegeben ist oder aus purem Glück! Man darf sich durch eine Durststrecke nicht entmutigen lassen und es immer wieder versuchen! Aus jedem Trip an die Talsperre kann man neue Schlüsse ziehen und erwischt sich hin und wieder dabei, wie paradox sich der geliebte Fisch verhält! Gerade wenn man denkt, man hätte irgendwelche Parallelen erkannt, kommt früher oder später die Erkenntnis, das man doch nichts weiß!

Und wenn es ganz rostig in der Seele wird, geht es eben an den Rhein 😉

Das Thema „Talsperren“ werde ich in einem gesonderten Bericht nochmal genauer zerlegen!

 

 

Kurzes Feedback zum erfolgreiche Bloggertreffen

Um noch ein paar letzte Worte zum 1. Bloggertreffen zu verlieren, bedanken wir uns für einen angenehmen Tag im Bunde der Blogger.

Auf das Bellyboat-Guiding mit Frank und Tim von AngelnIstLeidenschaft.de in den Ausläufern der Elbe freuen wir uns jetzt schon. Einen Termin dafür werden wir mit Euch dann noch besprechen und unausweichlich fixieren!

Trotz mäßigem Erfolg danken wir Patrick Fleischer für ein engagiertes Guiding. Auch der beste Angelguide kann den Fisch nicht an den Drilling zaubern. Wir messen ein gutes Guiding selbstverständlich nicht an der Fischausbeute, da der „Faktor Fisch“ letztlich nicht beeinflussbar ist! Und wenn der Fisch nicht will, dann will er eben nicht! Marcel und ich werden aber definitiv in Kürze bei Euch im Angelcenter Kassel vorbeischauen!

Andi von Barsch-Junkie.de haben wir ja dieses Jahr bereits auf der Fisch&Angel getroffen, Judith kennen wir nun auch! Das Wiedersehen hat uns gefreut und wenn sich zwischenzeitlich keine Situation ergeben sollte, treffen wir uns in jedem Fall beim nächsten Bloggertreffen!

Stefan von Pro-Catch.de musste bei der Erstauflage dieses Meetings leider kurzfristig  passen! Marcel und ich haben aber einige Würfe stellvertretend für dich gemacht! Wie soll ich das jetzt am besten sagen?- Du bist ebenfalls Schneider 😉 Beim nächsten Treffen werden wir dann bestimmt doch noch zusammen Angeln!

Ein außerordentlicher Dank geht an Sascha von City-Angler.de und Jens von Lieblingsköder! Wenn ich alles richtig einordne wart Ihr die Initiatoren, die den Stein für das 1. offizielle Bloggertreffen ins Rollen gebracht habt! Für eine Neuauflage in 2015 werden wir uns natürlich noch austauschen. Ein möglicher Trip an die Müritz klingt schonmal sehr reizvoll. Hier im Westen der Republik hört man von dort nur Gutes 😉

Leider hat der Tag nur 24 Stunden- Samstag hätte er ruhig 48 haben dürfen! Da wir nur einen von 3 veranschlagten Tagen dabei waren, ist für uns leider einiges untergegangen! Marcel und ich haben uns aber vorgenommen, beim nächsten Treffen über den kompletten Zeitraum dabei zu sein!

Ein geiler Tag mit guten Jungs an einem schönen Fleckchen Erde namens „Edersee„……

Dennis

 

Links-Querverweise

Mike the Pike – westin-fishing.com

Angelcenter-Kassel.de

Angelnistleidenschaft.de

Lieblingsköder.de

City-Angler.de

Pro-Catch.com

Barsch-Junkie.de

Dennis Gronwald

Dennis Gronwald

Moin,
Ich heiße Dennis und bin 27 Jahre alt. Ich bin seit der ersten Stunde von HECHT-ZANDER-BARSCH.DE mit an Bord. Die Hingabe zum Sportfischen ist mein Antrieb für dieses Projekt.

Ich verstehe Angeln nicht als Hobby! Vielmehr ist es eine Lebenseinstellung, die einen verantwortungsbewussten Umgang zu unseren natürlichen Ressourcen vermittelt.

Viel Spaß auf diesem Blog

2 Comments

  1. September 30, 2016 at 11:51 am — Antworten

    Toller Beitrag, vor allem den Zuspruch, das wir Angler uns nicht entmutigen lassen sollen falls mal nciht so dicke läuft. Dafür einen Daumen 😉

    Petri!

  2. Juli 4, 2017 at 7:12 am — Antworten

    Ein genialer Artikel!
    Bloggertreffen verbindet die unterschiedlichsten Angler. Man kann sich autstauschen, Tipps geben und natülich den Drill gemeinsam bewältigen 😉
    Toll geschrieben und super Bilder!

Kommentar verfassen

HZB-Hauptbild-learning_by_doing
Previous post

learning by doing - Carlotta & Lars, die Jagd auf Bachforelle

HZB-Jenzi_Katalog_2015
Next post

Jenzi Katalog 2015